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Zech, R. Fritz

Feuervogel IV

400,00 €
Inkl. 19% MwSt.,

Details

Ölgemälde
Artikelnummer
RFZG0013
Lieferzeit
2-3 Tage
Material
Öl auf Leinwand
Betitelt
Feuervogel IV
Signiert
ZE

Künstlervita

„Ein Poet der Realität“

Den Künstler Richard Friedrich Zech (*1922 Mansfelder Land/ Merseburg - 2009 Karlsruhe) verband eine lange und persönliche Beziehung mit der Galeristenfamilie Kaiser/Bosch.

Der unverhoffte Fund eines in Vergessenheit geratenen Konvoluts von Zechs Kunstwerken in der Galerie glich daher der Entdeckung eines Schatzes. Eine große Anzahl von Öl-, und Acrylgemälden sowie Collagen ergänzen jetzt die Sammlung an Metallplastiken, die art-appletree Ihnen an dieser Stelle präsentieren kann.

Friedrich Zech absolviert eine Ausbildung als Dekorations-und Keramikmaler, deren Abschluss jedoch durch den Einsatz im Krieg und eine Kriegsgefangenschaft unterbrochen wird. Während anschließender Bildungsreisen durch Europa sammelt er besonders bei Germain Knecht und Henry Wabel in Zürich malerische sowie bei Sammelausstellungen mit Joseph Hegenbarth in Dresden graphische Erfahrungen.

Einen sehr wichtigen Einfluss auf die Gestaltung seiner Kunstwerke hat jedoch sicherlich der Aspekt, wie sehr Zech sich als Künstler in dem Spannungsverhältnis zwischen künstlerisch-kreativer Freiheit und lebenssicherndem Gelderwerb verhaftet fühlt. In diesem Zusammenhang entstehen in den 60er-90er Jahren großformatige, farbgewaltige Darstellungen von Werft,- Industrie- und Alltagszenen in abstrakter Manier. Zech arbeitet sich wortwörtlich durch seine Bilder hindurch und macht dabei den Werkprozess für den Betrachter nachvollziehbar: als Bilduntergrund benutzt der Künstler nicht nur Leinwände, sondern auch Bettlaken oder Säcke, bei denen er (wohl ganz bewusst) die Verschlussnähte nicht entfernt und somit ihre Herkunft, ihren Gebrauch kenntlich macht. Es sind Säcke wie der Künstler sie von seinen Tätigkeiten als Dreher in den Karlsruher Industriewerken und als Werftarbeiter in Emden zur Sicherung des Lebensunterhalts kennt. Zech gestaltet den Farbauftrag so vielschichtig, dass der Eindruck entsteht, der innere Werkprozess zwischen Trägermaterial, Farbe und Bildinhalt würde sich noch fortsetzen.

Bildelemente wie Stoppschilder, Kinderwagen oder Schriftzüge stellen in den Werken immer wieder den Bezug zu Zechs‘ Sicht seiner Umwelt her. Diese wird in den Augen des Künstlers verstärkt von Maschinen und Technik dominiert. Das Mittel der abstrakten Darstellung – die vermeintlich geometrisch und technisch wirkt – setzt Zech daher vielleicht ganz bewusst ein, um eine Ent-Automatisierung der Betrachterwahrnehmung zu erreichen; denn gerade die abstrakten Formen regen den Betrachter an, sie zu erforschen, zu hinterfragen und sie zu erfühlen.

Auch Zechs‘ Metallplastiken aus Eisenschrott, wie Schraubschlüsseln, Ketten und Zahnrädern, greifen diese Überlegungen auf und überzeugen durch eine innere Dynamik und Schönheit, die augenscheinlich die genannte Verfangenheit des Menschen zeigt.

Friedrich Zechs Arbeiten schaffen somit gerade zu unserer heutigen Zeit einen aktuellen Bezug und vereinen in sich sowohl dekoratives Moment als auch künstlerisch umgesetzte Subjektivität.

Zech, R. Fritz