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Luc, Anne

Spiegelform

5.500,00 €
Inkl. 19% MwSt.,

Details

Original Ölgemälde aus dem Jahr 1964 von Anne Luc. Mit einer schwarzen schlichten Holzleiste neu gerahmt.
Artikelnummer
AnLu011
Lieferzeit
4-5 Werktage
Größe
85 x 110 cm
Material
Ölgemälde auf Holzplatte
Betitelt
Spiegelform
Datiert
1964
Signiert
A LUC

Künstlervita

Mit den Kunstwerken von Anne Luc (*  Straßburg, 1912) bietet Ihnen art-appletree eine ausgewählte Besonderheit an: Die Künstlerin Anne Luc ist sicherlich das, was man aus kunsthistorischer Perspektive einen „Hidden Champion“ nennen könnte; ihr Schaffen ist heute Wenigen bekannt, doch der Name ANNE LUC wird 1962 von bekannten zeitgenössischen Kunstkritikern wie Otto Stelzer im gleichen Atemzug genannt wie der von Mark Rothko, Barnett Newmann, Yves Klein oder Hans Arp.

Was Anne Luc und ihre Kollegen verbindet, ist eine neue Sicht und der Umgang mit Formen und Farben in ihren Werken, die mit tradierten Sehgewohnheiten bricht, und welche die kunsthistorische Forschung in einem Diskurs um die Zugehörigkeit der Werke zu einer Kunstrichtung mit Begrifflichkeiten wie abstrakter, informeller oder monochromer Kunst zu verorten sucht. 

Anne Luc entzieht sich mit ihrer persönlichen Sichtweise von Fläche, Raum, Geometrie und Farbe teilweise einer derartigen Verortung. Zwar wird ihre Wahrnehmung und Karriere vor allem durch die Auseinandersetzung mit den Werken zweier Künstler geprägt: Zum einen durch Paul Cézanne, bei dessen Werken Anne Luc in Berührung mit dessen stofflichem Farbauftrag und der Loslösung der Darstellung von der realen Form in Berührung kommt. Zum anderen durch die Arbeiten Piet Mondrians, in denen die Künstlerin die geometrische, flächige, umrahmende, einfarbige Umsetzung von Wirklichkeit studiert. 

Doch im Gegensatz zu Mondrian oder zu de Stijl kommt es bei Anne Luc zu keiner  vollständigen malerischen Abspaltung von dem Abbild der realen Natur und den dort spürbaren Kräften und Rhythmen. Lucs Arbeiten sind anmutige, teils ruhige Arbeiten, die jedoch – je länger man sie betrachtet – von innen heraus zu glühen beginnen.

Diese optische und sinnliche Attraktion entsteht insbesondere durch den gespachtelten Farbauftrag auf den Maluntergrund und die abschließende Glättung der Farbe mit einem weichen Pinsel. Fast erinnern die Ölbilder damit an Hochreliefs; denn obwohl Anne Luc meist nur zwei oder drei Farbtöne verwendet, erreicht sie durch helle und dunkle Abstufungen und den geschichteten Farbauftrag einen hohen Grad an Plastizität der Formen sowie eine enorme Strahlkraft der Farben, die bis hin zur Transparenz reicht. Das Spachteln ermöglicht der Künstlerin zudem, Zufall, Spontanität mit methodischem Vorgehen sowie Kraft und Widerstand in ihrem Schaffensprozess zu verquicken.

Im Zuge dieses Ringens um ein neues visuelles Konzept entstehen in den 1960er Jahren abstrakte, stelenartige Gebilde oder Block- und Schichtformen, die übereinander gelagert sind, ineinander greifen oder sich abstoßen, jedoch nie eine Isolation der Form herbeiführen. Die meist rechteckigen oder ovalen Formen zentrieren sich vielmehr entlang der Senkrechten in der Bildmitte, ohne jedoch eine geometrische Mitte zu bilden und verfügen immer über genügend Abstand zu den Bildrändern. Hieraus ergibt sich ein spannungsgeladener Dialog zwischen ruhigen flächigen und atmosphärischen verdichteten Zentren, der wie in der Natur, nach Entspannung und Beruhigung strebt. Die abstrakten Formen verhindern ihrerseits eine erste rationale Assoziation mit realen Gegenständen und laden vielmehr dazu ein, sich in das Bild einzufühlen.

Als Zeugnisse eines revolutionären Umbruchs in der Malerei nach 1945 vereinen Anne Lucs Werke in sich sinnlich-dekoratives Moment mit hohem kunsthistorischem Wert.







Luc, Anne