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Lais, Otto

"Süße Last"

400,00 €
Inkl. 19% MwSt.,

Details

Die Radierung "Süße Last" ist aus dem Jahr 1926.

Otto Lais hat beginnend 1921, etwa 100 Radierungen geschaffen. Aus rund vierzig erhalten gebliebenen alten Radierplatten entstand in den 1980er Jahren eine jeweils geringe nummerierte Stückzahl von Handdrucken unter der Aufsicht des Künstlers, die von ihm signiert und datiert wurden. Die Abzüge sind auf hochwertigem 300 Gramm schwerem Bütten gefertigt.

Auflage: 40 Stück

Artikelnummer
otla002
Lieferzeit
2-3 Tage
Größe
10 x 10 cm
Material
Radierung auf Bütten
Betitelt
Süße Last
Signiert
Otto Lais

Künstlervita

„(…) Die Ausstellung »Deutsche Graphiker der Gegenwart« im Pfälzischen Kunstverein, in der Lais in bester Gesellschaft mit Lovis Corinth, Oskar Kokoschka, Käthe Kollwitz, Max Liebermann, Max Slevogt (…), hing“ , macht bereits 1932 die große kunsthistorische Relevanz des Künstlers deutlich. 

Lais Kaltnadelradierungen, die sich stilistisch zwischen Neuer Sachlichkeit und Symbolischem Realismus einordnen lassen, dokumentieren eine sehr persönliche Sicht des Künstlers auf sich und die Gesellschaft der 1920er Jahre. Um nach dem Krieg Abzüge von seinen Originalplatten herstellen zu können, wendet sich Otto Lais an die Apfelbaum Galerie – eine fruchtbare Zusammenarbeit und persönliche Beziehung zwischen Galerieleitung und Künstler entstehen.

Heute versetzt diese Begegnung art-appletree in die glückliche Lage, über den Nachlass des Künstlers verfügen und Ihnen exklusiv eine limitierte Anzahl an Kunstwerken präsentieren zu können.

Otto Lais Schaffensperiode fällt vergleichsweise kurz aus: Sie beginnt 1921 mit dem Studium an der Kunstakademie Karlsruhe – in den 1920er eines der großen Zentren der sogenannten Neuen Sachlichkeit – und erstreckt sich bis 1933.

Der Künstler stellt mit der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten seine künstlerische Tätigkeit für immer ein – vermutlich aus Angst vor Konflikten mit dem nationalsozialistischen Regime.

Lais erlernt und vervollkommnet ab 1921 die Technik der Kaltnadelradierung, bei der von Hand mit der Radiernadel Linien, deren Grat durch Druck verstärkt werden kann, auf die Metallplatte aufgetragen werden. Gemäß ihrer Machart sind Lais‘ Radierungen von dunkler Tonalität, welche immer wieder von dem feinen Duktus der Radiernadel flimmernd durchbrochen wird.

Thematisch lassen sich die Werke in größere Komplexe zusammenfassen: Selbstdarstellungen, Portraits sowie symbolisch-verschlüsselte und sozial-kritische Betrachtungen der Gesellschaft. Lais‘ Œuvre umfasst behutsame Darstellungen von gesellschaftlich Vergessenen (Kindern, Ausländern und Kranken) sowie neusachlich gehaltene (Selbst-) Portraits.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeiten liegt auf der Betrachtung von Schönheit und Schicksal der Frau, begriffen als Spiegel einer Gesellschaft, die mit Gier und moralischer Doppelbödigkeit auf den raschen kulturellen Wandel der 1920er Jahre reagiert. Mit der Verarbeitung dieser Themen rückt Otto Lais rein inhaltlich in eine gewisse Nähe von Künstlern wie Otto Dix, Rudolf Schlichter und George Grosz. Otto Lais jedoch beschreibt die Missstände – mal nachdenklich, mal karikierend – ohne diese gleichzeitig zu verurteilen; vielmehr erkennt man ihn in seinen Werken als einen Künstler, der von einer zupackenden Lust und Ironie, aber auch von einer gewissen inneren Einkehr und Hoffnung auf Umbruch angetrieben wird.

 

Ludwin Langenfeld: Otto Lais. Das graphische Werk eines symbolischen Realisten der zwanziger Jahre, Freiburg 1981, S. 127–128.

Lais, Otto